Ernährungshinweise

Die Diabeteskost erfordert keine spezielle „Diät“, sondern richtet sich nach den Ernährungsempfehlungen wie sie für uns alle gelten. Eine gesunde Ernährung sollte ausgewogen und abwechslungsreich sein. Sie ist ballaststoffreich, fettarm und enthält ausreichend Vitamine und Mineralstoffe und nicht mehr Kalorien, als der Körper verbraucht. Der Genuss sollte dabei keinesfalls zu kurz kommen.

Kohlenhydrate:
Brot, Kartoffeln, Reis, Haferflocken, Nudeln und Hülsenfrüchte bilden die Ernährungsgrundlage und sind die Hauptbestandteile der täglichen Mahlzeit. Diese kohlenhydratreichen Nahrungsmittel liefern dem Körper Energie.

Kohlenhydrate sind ein Sammelbegriff für Zucker und Stärke und gehen unterschiedlich schnell ins Blut über. Stärkehaltige Lebensmittel müssen bei der Verdauung zunächst in Zuckerbestandteile aufgespalten werden und lassen den Blutzucker so nur langsam ansteigen. So sind die ballaststoffreichen Nahrungsmittel (z. B. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte) besonders empfehlenswert, da sie einen hohen Sättigungseffekt haben und den Blutzuckerspiegel ebenfalls nur langsam ansteigen lassen.

Die zweitgrösste Gruppe der täglichen Nahrungsmittel bilden Gemüse, Salat und Obst. Hier gilt: 5 Portionen täglich. Sie sollten mindestens 3 Portionen Salat, Gemüse oder Rohkost am Tag zu sich nehmen. Diese Lebensmittel enthalten wenig Kalorien und können daher reichlich gegessen werden.
Obst enthält Fruchtzucker und Glucose, welches den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Daher sollten Sie täglich nicht mehr als zwei Portionen frisches Obst essen und zwar die Menge, die eine Hand passt.
Für den Diabetiker kommt es nicht darauf an Kohlenhydrate zu sparen, sondern den Kohlenhydratgehalt der Speisen und Getränke richtig einzuschätzen.

Eiweiss:
Fleisch, Wurst und Fisch sollten „mässig“ gegessen werden. Zwei bis drei Portionen Fleisch pro Woche sind ausreichend. Seefisch sollte zweimal wöchentlich auf Ihrem Speiseplan stehen.


Bei Milch, Joghurt und Käse sind zwei bis drei Portionen täglich empfehlenswert, da Sie eine gute Kalziumversorgung garantieren. Doch zuviel Eiweiss kann die Nieren belasten. Falls eine Funktionsstörung der Nieren vorliegt, fragen Sie Ihren Arzt nach der Menge an Eiweiss, die Sie täglich zu sich nehmen dürfen.
Für alle oben genannten Lebensmittel gilt: Sie können versteckte Fette enthalten. Achten Sie darauf, magere Fleisch, Wurst und Käsesorten zu wählen.


Fett:
Fette und Öle sollten mit Bedacht verwendet werden. Der tägliche Verzehr sollte 40g nicht übersteigen. Bevorzugen Sie Öle, die reich an einfach ungesättigten Fettsäuren sind (z. B. Rapsöl oder Olivenöl).


Süssigkeiten und Alkohol:
Süssigkeiten liefern ebenfalls Energie. Gönnen Sie sich diese Köstlichkeiten nur ab und zu und in kleinen Portionen. Dafür aber ganz bewusst – Geniessen Sie! Auch hier lassen sich Kalorien sparen, z. B. Hefekuchen anstatt Cremetorte. Wenn Sie Schokolade lieben, greifen Sie besser zu Schokoladen mit einem hohen Kakaoanteil (70%) anstatt Vollmichschokolade und „gönnen“ Sie sich dann hin und wieder „eine Rippe“. Täglicher Genuss von Schokolade, Pralinen, etc. ist auch für den „gesunden“ Menschen keinesfalls empfehlenswert!


Vor allem Typ-2-Diabetiker sollten nicht regelmässig Alkohol trinken, da dies zu Störungen des Stoffwechsels führen kann. Durch die im Alkohol enthaltenen Kohlenhydrate steigt der Blutzucker zwar zunächst an, sinkt aber durch die gestörte Zuckerfreisetzung aus der Leber. Dadurch wird das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) gefördert.

Liköre und Süssweine enthalten viel Zucker und erhöhen den Blutzucker schnell. Gleiches gilt für alkoholfreie Biere. Sie enthalten zwar kaum Alkohol (unter 0,5 Prozent), aber viel Malzzucker und somit ungünstige Kohlenhydrate.
Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker häufiger wenn Sie Alkohol trinken, der Genuss von Alkohol kann auch am nächsten Tag noch zu einer Unterzuckerung führen.